Zeiterfassung. Warum?

Mal abgesehen von der Zeiterfassung in Tätigkeitsbereichen mit verrechenbaren Leistungen, kann ich den Sinn hinter einer Zeiterfassung nicht erkennen. Ich habe hier einmal offensichtliche Argumente für die Zeiterfassung aufgestellt und gegenargumentiert.

1. Nachvollziehbarkeit?

Ein oft genannter Grund für die Zeiterfassung ist, zu wissen, was die Mitarbeiter den ganzen Tag machen. Mitarbeiter pflegen aber optimalerweise eine Aufgabenverwaltung, die meist bereits eine Logbuchfunktion mit sich bringt. Diese ist zwar oft nicht minutengenau, aber trotzdem lässt sich nachvollziehen, was der Mitarbeiter getan hat. Die Zeiterfassung fügt hier nur unnötige Redundanz bereits existierender Information hinzu.

2. Langfristige Planungen?

Planning is guessing. Der Mensch ist ein sehr schlechter Schätzer. Man kann deshalb niemals ein monatelanges Projekt oder gar ein ganzes Geschäftsjahr im Voraus planen. Die Zeiterfassung würde bereits nach einigen Wochen zeigen, dass die angedachte Planung vorne und hinten nicht gestimmt hat. Also gar nicht erst mit langfristigen Planungen anfangen, dann benötigt man auch keine Zeiterfassung, die einem sowieso dann Unzufriedenheit bereitet.

3. Exaktere Zeit-Budgets zukünftige Projekte?

Mein liebstes Argument ist, dass man durch die vergane Zeiterfassung zukünftigere Projekte genauer zeitplanen kann. Falsch. Es wäre doch Quatsch anzunehmen, dass man genau das gleiche tun wird. Warum sich dann auf alte Werte stützen?

4. Gründe für nicht eingehaltene Deadlines erkennen?

Wenn ein Projekt eine Deadline hat und diese nicht eingehalten wird, gilt es einen Grund dafür zu finden. Doch die beteiligten Mitarbeiter wissen bereits ohne Zeiterfassung, was länger gedauert hat, als man vermutet hat. Je kleiner man die Häppchen für eine Deadline festlegt, desto größer ist die Waherscheinlichkeit, diese auch einzuhalten. Stichwort: langfristige Planung.

Fazit

Zeiterfassung kostet Zeit. Sie als Kontrollmechanismus einzusetzen grenzt meiner Meinung nach schon an Paranoia ohne erkennbare Ziele. Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen.

PS: Ach ja, da ich selbst Zeiterfassung betreiben muss, kann ich euch sehr Mite ans Herz legen. Tolle Bedienbarkeit, kostengünstige Mitgliedschaft, super Kunden-Support.

PPS: Ein Grund, der für Zeiterfassung spricht, ist mir doch noch eingefallen: Nicht Projektbezogene Leistungen, die immer wieder mal anfallen, können durch die Zeiterfassung ein Durchschnittswert an Zeit ergeben. Dieser kann bei Planungen von Deadlines mit einbezogen werden. Rechtfertigt dieser Anwendungsfall aber den Aufwand?

veröffentlicht am 27.05.2010 um 07:01 von Martin Labuschin in , , ,


Na darauf wollen wir doch antworten...

http://software-consultant.net/blog/2010/05/27/notwendigkeit-von-zeiterfassung/

Warum gibt es hier keine trackback-Möglichkeit? Egal. Grüße,

Christian

Christian, vielen Dank für das Follow-Up.

Eine Trackback-Möglichkeit gibt es hier nicht, weil das Blog-System eine Eigenentwicklung von mir ist und ich bisher noch nicht die Notwendigkeit dafür gesehen habe.

Links in Kommentaren sind aber gerne gesehen! Manuelle Trackbacks halt :)

jo zeiterfassung nervt schon seh muss ich sagen :) aber mit ist da wirklich ein guter ansatz. habe ich auch und hin und wieder nutze ich es auch.

problem ist doch aber das der kunde will halt schon wissen wie lang was dauerd und dann sollte man auch einen überblick haben was schon an zeit weg ist.

schwieriges thema :)

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