Social Bookmarking != Suchmaschinenoptimierung

Immer wieder fällt mir auf, wie dumm-dreist einige sog. „Suchmaschinenoptimierer“ die zu optimierenden Websites ihrer Kunden gleich massenweise in Social-Bookmarking-Dienste eintragen. Einige stellen danach stolz auf ihren Blogs vor, wo man noch überall Social-Bookmarking-Dienste „ohne nofollow“ finden kann um die Linkpopularität zu steigern. Dazu fällt mir nur Eines ein: Social Bookmarking ist nicht gleich Suchmaschinenoptimierung!

Lerne mehr über Suchmaschinenoptimierung mit Martin Labuschins
SEO-Dokumentation.

Als Mitarbeiter bei dimento.com (Anbieter von LinkARENA) kriege ich es hier jeden Tag mit, wie sich zig Leute mit ähnlichen Namen anmelden und alle dieselben Bookmarks ihrer sog. „Lieblings-Websites“ speichern. Dabei handelt es sich zu 99,99% um kommerzielle Dienstleistungs-, Erotik- oder Produktangebote. Von reinen Informationen, Nachrichten oder Zusammenstellungen von Reviews etc. keine Spur. Der letzte Satz bezieht sich nur auf diese Art der Nutzer. Nicht selten werden auch Unternehmer auf diese Plattformen aufmerksam und verdonnern wahrscheinlich ihre(n) Sekretär(in) dazu, 50 Benutzerkonten anzulegen und handwerk-xy.de dort einzutragen.

Der Sinn von Social Bookmarking ist bei diesen Unternehmern oder „Suchmaschinenoptimierern“ nie richtig angekommen. Social Bookmarking bedeutet nicht kostenlose Links und tonnenweise Traffic. Social Bookmarking bedeutet anderen Internetnutzern Links vorzustellen, die man interessant findet und/oder wiederbesuchen möchte. Ganz ohne kommerziellen Hintergedanken. Das beste Beispiel sind Blog- oder Nachrichtenartikel, die ein bestimmtes Thema behandeln, welches im Interessensgebiet des Bookmarkers liegt.

Gegen ein ehrliches Bookmark zu einer Produkt-Seite eines Herstellers ist ja grundsätzlich nichts zu sagen. Im Gegenteil: Darüber sollte sich der Hersteller freuen, denn hierbei handelt es sich nun um eine ernst gemeinte Empfehlung eines glücklichen Kunden. Wenn das Unternehmen aber selbst solche Bookmarks speichern muss, scheint etwas mit dem Kundenstamm nicht zu stimmen: Unzufriedenheit über Produkte/Dienstleistungen oder vielleicht ist es eine Zielgruppe, die nicht web-affin ist. Was soll’s? Die selbst gesetzten Bookmarks werden dann ja wohl auch nichts bringen, oder?

Das Thema nofollow in Verbindung mit Social-Bookmarking-Diensten ist das Ergebnis dieses Problems. Die „Suchmaschinenoptimierer“ schreien und heulen, weil immer mehr Anbieter alle ausgehenden Links mit dem nofollow-Attribut versehen. Dadurch werden diese Plattformen für diese Leute nämlich uninteressant, weil die Steigerung ihrer geliebten Linkpopularität dann schlichtweg über solch einfachem Wege nicht mehr möglich ist. Bei einigen Anbietern scheint diese Methode glücklicherweise zu funktionieren: Die Anteile der egoistischen Bookmarks sinken.

Es gibt noch viele andere Wege, solche Nutzer ausfindig zu machen. Anbieter verbringen viel mehr Zeit damit, als manch einer glaubt. Und die Ergebnisse lassen sich sehen.

In den Augen der Betreiber von Social-Bookmarking-Diensten soll ein solcher nicht als Werbeplattform für benutzereigene Websites dienen.

So lautet ein kleiner Teil meiner Beisteuerung zum Wikipedia-Artikel Social Bookmarking. Vieler solcher Eigenwerber oder „Suchmaschinenoptimierer“ verwechseln nämlich fälschlicherweise Social-Bookmarking-Dienste mit Online-Branchenverzeichnissen & Co., in denen Selbsteintragungen ja erwünscht sind.

Also, liebe Eigenwerber: Social Bookmarking sollte euch keine Arbeit bereiten, sondern euren Kunden und Klienten eine Plattform bieten, euch zu empfehlen. Für Selbsteintragungen habt ihr doch genug Branchenverzeichnisse.

veröffentlicht am 11.08.2008 um 22:00 von Martin Labuschin in , , ,


Tja, das ist wohl ein sehr verbreitetes und allgemeines Problem. Die Maxime lautet wohl: "In _mein_ Reich komme...". Dass man zunächst Etwas geben muss, bevor man Etwas bekommen kann (vor Allem, wenn man Etwas zu geben hat), das wollen die Meisten nicht einsehen. Man könnte sich ja einen Zacken aus der Krone brechen, wenn man freiwillig Etwas weggibt ohne ein gesichertes RoI.

Diesen Kommentar hier kann man unter ähnlichen Gesichtspunkten betrachten. Ich schreibe einen Kommentar, weil ich denke, dass ich Etwas dazu beizutragen habe. Ich gebe also Etwas, ohne Garantie für ein RoI (Return on Investment). Das Einzige, das ich bekomme, ist ein Backlink. Ich weiss jetzt nicht, ob mit oder ohne "nofollow", aber darum geht es mir ja nicht. Trotzdem weiss ich natürlich, dass häufiges und vor Allem vernünftiges Kommentieren irgendwann auch wieder meiner eigenen HP nützt. Es ist immer ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Wer versucht, sich daran auf Kosten Anderer vorbei zu mogeln, wird früher oder später scheitern. Aber eine langfristige Denkweise war ja wohl noch nie die Stärke solcher "Geschäftemacher".

Danke für diesen wertvollen Beitrag. (Auch wenn ich ihn zweimal lesen musste *g*)

Zweimaliges Lesen erhöht die Merkrate :)

no-follow hin oder her, aber ist nicht die Listung solcher Dienste mit Verweisen der Seite X bei Google ein Indiz dafür, dass es doch funktioniert?

Andreas, ich verstehe dich nicht ganz. Was meinst du?

Naja, wenn ich jetzt von einer Seite ausgehe (Frisör Hamburg), dann finde ich einen Link bei Linkarena , aber dieser Link taucht nicht bei Google auf (das hast du ja schon angedeutet). Der Link von Mr. Wong schon. Ist das nicht dennoch ein Indiz dafür, dass es funktioniert? Immerhin ist der Link von Mr. Wong bei Google an Position 5 zu finden. Das kann doch nicht wirkungslos sein oder?

Es geht ja nicht darum, dass die SB-Anbieter nicht in Suchmaschinen gefunden werden möchten. Es geht auch nicht darum, dass Suchmaschinen-Nutzer über uns auch zur Website www.frisoer-Hamburg-2008.de kommen. Es geht mir nur darum, dass Eigenwerber die Tatsache ausnutzen, dass es einfach ist an externe Links (in diesem Falle von den Domains der SB-Anbieter) für ihre Website zu kommen. Der Community- und der Social-Web-Gedanke geht doch dann flöten. Verstehst du, was ich meine?

Du willst also nur drauf aufmerksam machen, das man es nicht machen sollte, nicht, dass es nicht funktioniert... Ich glaub, jetzt hab ichs... ;-)

Genau :)

Sozusagen ein Appell an die nicht-existenten Gutmenschen. Oder beinahe nicht-existent.

Dieses "Jeder ist sich selbst der Nächste" führt halt dazu, dass man z.B. Social Bookmarking auf Kosten Anderer für den eigenen Vorteil missbraucht. Dabei ist Social Bookmarkng gedacht als Sozialkitt im Internet. Wer also an solchen Social Bookmarking Services parasitär teilnimmt, der vergrößert seinen eigenen Nutzen auf Kosten der vielen Anderen.

Diese Denkweise ist uralt. So alt, wie die Menschheit. Wissenschaftlich untermauert wurde diese Denkweise mit dem Aufkommen der Evolutionstheorie (der Stärkste und Rücksichtsloseste setzt sich durch und überlebt). Dabei ist heute gerade auch im Ramen der Evolutionstheorie längst wissenschaftlich bewiesen, dass ds Gegenteil der Fall ist. Altruismus hilft der Gemeinschaft, und das Wohl der Gemeinschaft dient auch dem Wohl des Individuums. Die Individuen, die also am Wohl der Gemeinschaft interessiert sind, profitieren dadurch indirekt auch persönlich davon. Auf diese Art profitieren alle Mitglieder einer Gemeinschaft, während nach der Methode "ich zuerst" nur sehr wenige profitieren. Diese profitieren davon allerdings überproportional, aber der Gesamtprofit (die Summe der Profite Aller) ist dabei drastisch geringer.

Wenn alle Nutzer eines Social Bookmarking Services ihr Hauptaugenmerk darauf legen würden, den Nutzen für die Gemeinschaft zu erhöhen, hätten Alle sehr viel davon. So aber haben einige Wenige vorübergehend einen Vorteil davon, zerstören aber dadurch diesen Service, machen ihn zu einer Farce.

[EDIT] Dieser Kommentar wurde aufgrund beleidigender Aussagen gegen Dritte entfernt.

Social Bookmarkdienste sind out, da inzwischen praktisch alle nofollow. Jetzt kommen die Blogs dran...

Klar bringt Altruismus die Gesellschaft weiter. Das stimmt. Ist auch wissenschaftlich zu beweisen. Aber eines ist noch stärker: Ein Egoist in einer Altruistischen Gesellschaft profitiert enorm. Und genau das ist das Problem. Denn solange es eine Möglichkeit gibt, Web 2.0 Anwendungen für den reinen Eigennutz zu nutzen, wird es immer jemanden geben, der dies tut.

Social Bookmarkdienste haben sich auch selbst ins abseits katapultiert, und jetzt alles einfach nur auf den Suchmaschinenoptimierer zu schieben währe zu einfach, ob mit oder ohne nofollow.

So viele Bookmarkdienste, die kaum vom Normal-User beachtet werden, geh doch mal auf die Strasse und frage: Was sind Social Bookmarkdienste, bzw. nenne mir nur ein paar Namen dieser Bookmarkdienste...

Du wirst nicht viel zu hören bekommen. Sorry aber leider ist das so..

Ich verstehe nicht weshalb SB-Links so oft so hoch gelobt werden. Extreme Power bekommt man da langfristig sicherlich nicht - genauso wie bei Webkatalogen und Artikelverzeichnissen. Kurzfristig viel Traffic sicherlich ja - dauerhafte Ranking Verbesserungen eher nein.

Tim, du teilst anscheinend die Ansicht, dass Social Bookmarking nur eine Marketing-Maßnahme ist. Das ist falsch. Social Bookmarking ist in erster Linie ein lustiges Bookmark-Teilen und -Tauschen mit seinen Freunden und Kollegen.

Absolut richtig! Ich teile deine Meinung zu 100%, denn bei dem mittlerweile weit verbreitetem und sinnlosen non-stop-social-bookmarks setzen, da kann einem nur noch schlecht werden. :O) Und ich denke, dass google auch dies in Zukunft sachgemäß analysieren und entsprechend reflektieren wird. Beste Grüße aus Hamburg!

Warum soll man beim Social Bookmarking nicht auch seine eigenen Seiten eintragen? Wenn sie einen Mehrwert für die Nutzer haben, ist es legitim.
Für die Suchmaschinenoptimierer war es ein gutes Mittel Besucher zu erreichen und die Linkpopularität zu steigern.

Die Social Bookmarksdienste wurden durch die Suchmaschinenoptimierer mit bekannt gemacht.
Die Optmierer haben die Dienste massenhaft genutzt, um Seiten einzutragen. Dadurch stieg die Popularität und auch die Nutzer, die solche Dienste für den gedachten Zweck, hilfreiche Links vorzustellen, verwendeten.
Logisch, dass jeder Webmaster seine Seite als hilfreich betrachtet. Wo grenzt man ab?

Martin Rieger, wenn man bereits einen (!) Bookmarking-Dienst nutzt und dort einmalig seine eigenen Websites einträgt, ist das auch in meinen Augen völlig in Ordnung.

Wenn man aber stattdessen gleich ein Dutzend Kontos anlegt oder Dutzende Dienste nur dafür nutzt, die eigenen Websites irgendwie zu „verwursten“ geht das über die Grenze des gemeinsamen Sammelns hilfreicher Websites hinaus.

Ich hoffe, ich konnte dir meine Ansichten damit deutlicher machen.

Ich verstehe deine Meinung und deine Ansichten und finde das gemeinsame Sammeln von hilfreichen Internetseiten ebenfalls sinnvoll!

Diese Dienste werden dennoch solange von Optimierern heimgesucht oder zweckentfremdet, bis Google diesem Treiben ein Ende bereitet und Links aus SB-Systemen ignoriert bzw. alles auf "nofollow" gesetzt wird.
Mit Moralpredigten lässt sich das nicht verhindern.

Dennoch waren die SEO's anfänglich willkommen, um den Dienst "groß" zu machen. Und das diese Möglichkeit von Linkbuilding von vielen massiv ausgenutzt wird, liegt auf der Hand.

Selbstverständlich ist das nicht in Ordnung, dutzende Konten zu kreieren. Solange aber die Möglichkeit besteht, werden es viele machen!

Solange man auch individuelle Beschreibungen für jeden Bookmark und Socialbookmarkdienst und dann auch mal News und Blogbeiträge und gute interessante Unterseiten bookmarkt, dann sehe ich dort auch kein Problem.

Mathias, nein, genau das ist ja Spam ;-)

Hast du den Artikel überhaupt gelesen?

Ich finde ein Konto auch in Ordnung. Schon wenn man sich bei verschiedenen SB-Diensten registriert geht es dem jeweiligen User doch nur noch ums Linksammeln.

Hallo !
Bookmarks habe ich selber bisher noch nicht genutzt. Ich wüsste auch nicht wie das funktioniert muß ich ehrlich sagen.
Meiner Meinung nach bringt selbst ein NoFollow-Link etwas. Wenn ein User durch ein Wort was er suchte mich in Bookmarkdiensten findet weil mich mal einer dort eingetragen hat und dann meine Seite besucht habe ich doch erreicht was ich wollte, oder ?
Das wichtigere denke ich mal ist und bleibt giter Content !
Gruß Axel

... geht mir genau so. Auch ich habe noch nie mit Social Bookmarks gearbeitet und sehe oder verstehe nicht die Auswirkung. Diese Bookmarks sollen sicher die Platzierung beeinflussen, aber tun Sie es wirklich???? Fragende Grüße!

ich trage mich auch in die dienste ein, aber so wirklich bringen die keinen traffik,

ob google überhaupt auf die einträge achtet ist ja noch fraglich...

Auch ich kann mich eurer Meinung nur anschließen.

Ganz sicher haben Bookmarks ihre Aufgabe, aber in Sachen SEO habe ich diese Art Links noch nie verwendet und sehe auch keine Veranlassung dies in Zukunft zu tun ...

Hallo !
Ich habe mal über eBay Bookmarkeintragungen gekauft und war im nachhinein enttäuscht. Es schien so als wenn es einen kurzen Besucheranstieg gab und dann war wieder Ruhe. Ich denke mal das gut geschriebene Artikel für Artikelverzeichnisse und guter Webseitencontent mehr Beachtung bringen als die manchmal 3-4 Wörter in Bookmarkdiensten. So wie es oben rauszulesen ist sind Bookmarkdienste zu Linkschleudern geworden da sie zu solchen Zwecken missbraucht wurden. Ich würde aber auch sagen das diese Dienste daran eine Teilschuld tragen. Warum werden solche Kurzkommentare erst akzeptiert ? Mit 3 Wörtern kann ich keinem meine Webseite etc. näher erklären.
Gruß Kerstin

Kerstin, Kurzkommentare sind nicht für Eigenwerbung gedacht gewesen, sondern für Notizen („Warum habe ich dieses Bookmark gespeichert?“)

Das die „Online-Marketing-Leute“ so etwas direkt wieder ausnutzen, konnte man damals noch nicht ahnen ...

Traurig ist aber auch, dass solche Dienstleistungen mittlerweile schon auf eBay angeboten werden. Das macht doch dann wirklich nur noch den Eindruck von „Link-Müllhalden“. Schade, schade.

Hallo !
Besonders schlimm ist ja das manch einer auf eBay 500 Bookmarkeinträge für ein paar Euro anbietet. Das sind dann 500 x der gleiche Text und somit sicher bald eine Abstrafung durch Google zu erwarten. Bleibt eigendlich nur noch die Frage offen: Wo bekomme ich wirklich wertvolle Links her und welcher "SEO-Firma" kann man in dieser Hinsicht überhaupt noch trauen ?
Gruß Kerstin

Wertvolle Links entstehen von alleine: guter Content oder tolle Produkte werden von den bloggenden, tweetenden und bookmarkenden Kunden von gerne verlinkt.

Das sind sozusagen generische Kundenbewertungen, die sowieso viel authentischer auf neue potenzielle Kunden wirken.

Und der natürliche Link-Wachstum gefällt Google natürlich auch viel besser.

Der Handwerker oder der Verein von Nebenan brauch aber im Internet niemals auf den großen Traffic dadaruch hoffen. Machen wir uns nichts vor.

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