Die HAZ schreibt unteranderem:
"Denn nach den Buchstaben dieses nun geltenden Werkes ist künftig jedermann aus Deutschland, wenn er Internet-Seiten veröffentlicht, dazu verpflichtet, sie zusätzlich bei der Nationalbibliothek in Frankfurt am Main abzuliefern - und zwar binnen einer Woche, auf eigene Kosten, vollständig. Bei Zuwiderhandeln droht eine Ordnungswidrigkeit von bis zu 10.000 Euro."
Desweiteren sind folgende Informationen im Artikel vorhanden:
"Nicht nur Online-Medien sind Veröffentlichungen. Auch eine private Homepage ist eine Publikation, ob mit Passwort geschützt oder nicht", sagte Stephan Jockel von der Deutschen Nationalbibliothek der "Süddeutschen Zeitung".
Meine Meinung:
Solche Gesetze sollten nicht von über 50 jährigen Politikern beschlossen und beglaubigt werden. Erstmal ist sowas technisch mit diesem Budget unmöglich und des weiteren fallen passwort-geschützte Bereiche unter Datenschutz und sind privates Eigentum.
Mal abgesehen davon dass das totaler Schwachsinn ist (aber was erwartet man auch sonst von unseren "Volksvertretern") steht im HAZ Artikel auch noch, dass es ausreichen würde, wenn die Artikel zur Abholung bereitstehen würden.
Bitte. Problem gelöst.
Und wenn denen das immer noch nicht gefällt gibts ja noch Bitacle *g*
Ganz so einfach ist es nicht, Jeriko. Denn Seiten wie die Startseite oder das Archiv eines Blogfs ändern sich ja ständig. Du müsstest ja jede (zeitlich abhängige) Version der dynamisch generierten Seiten zur Abholung bereitstellen. Und genau das ist das Schwierige.
Aber du siehst das schon richtig: Totaler Schwachsinn ;)
Solch ein Blödsinn kommt dabei heraus, wenn man Politiker nicht daran hindert zu glauben, dass das Sommerloch heuer auf den 1. April gefallen ist.
Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr beschleicht mich das Gefühl, dass da Anwälte vom Schlage eines Gravenr**** ihre Finger im Spiel haben könnten. Seh ich da die nächste Abmahnwelle anrollen?
Bin gerade in Verschwörungstheorielaune :-)
Ich hätte gerne einen Schreiber, der meine täglichen mündlichen Äußerungen notiert und archiviert und einen Schreiber, der notiert und archiviert, wie sich im Laufe der Jahre meine Meinung zu bestimmten Sachen verändert. Außerdem hätte ich gerne einen Schreiber, der notiert und archiviert, welcher Schwachsinn in diesem Land verzapft wird - auf unsere Kosten!
Dieses Land hat ja auch sonst keine Probleme.
Ist das sicher kein Scherz?
Wie ist das mit Seiten die im Ausland gehostet werden und wie wollten die überhaupt die Datenflut bewältigen.
Selbst Google ist doch total überlastet und die haben ihr Netzwerk über viele Jahre hinweg aufgebaut.
Wenn der Verein eine staatlich subventionierte Suchmaschine haben willl, hätten sie es auch gleich sagen können^^
Marc
20.09.2006
Oh weh, ich hab von diesem Beschluss auch schon ein paar Tage vorher in der c't 19/2006 (Seiten 186-189) und bin etwas baff. Ich frage mich ernsthaft, woher die Nationalbibliothek die erforderlichen Ressourcen her nehmen möchte. Ich bin der Ansicht, dass es sich bei der Archivierung besser um eine freiwillige Sache handeln sollte, anstatt mit Bußgeldern zu drohen. *seufz* Man darf gespannt sein, wohin das noch führt.