9 Gründe keinen Weblog zu führen

Es werden tag-täglich tausende Blogs gegründet. Sicherlich haben einige Blog-Gründer ihre Gründe dafür. Es sprechen aber auch Argumente gegen eine Blog-Gründung, welche man nicht außer Acht lassen sollte. Neun davon sind hier zu finden.

1. Keine Zeit

Bloggen kostet Zeit. Ein Artikel im Monat ist einfach zu wenig. Je nach dem, was die Nische hergibt, sollte man sich einen Rhythmus aneigen, wie z.B. ein Artikel pro Tag. Dann sollten aber auch 1 bis 2 Stunden eingeplant werden. Wenn dafür keine Zeit ist, ist man in der Blogosphere schnell vergessen.

2. Keine Nische / Kein Thema

Häufiger Themenwechsel gefällt dem Leser nicht – auch Suchmaschinen können sich dann nicht mit dem Blog anfreunden. Wenn man innerhalb eines Artikels 5 Themen aufgreift, überfordert man den Leser oder man redet mit 4 von 5 Themen am Interesse des Lesers vorbei.

3. Kleine Nische

Man sollte sich darüber vor der Blog-Gründung unbedingt Gedanken machen. Wer schon sich eine - seiner Meinung nach gute/geeignete - Nische entschieden hat, ist schon mal auf der sicheren Seite. Jedoch sollte sie auch etwas hergeben. Nicht nur für 5 Monate, sondern eher für 5 Jahre. Die Fussball-Weltmeisterschaft 2006 (darf man das überhaupt schreiben, ohne verhaftet zu werden? *g*) hat zwar einen höchstwahrscheinlichen aber extrem kurzlebigen Erfolg.

4. Kein Fachwissen

Man sollte über ein Thema schreiben, dass einem liegt. Es nützt nichts über ein Thema zu schreiben, in welches man sich gerade erst einarbeitet. Die Leser werden einen nicht für voll nehmen oder durch die aufkommenden Fehler bemängeln. Ich habe mich erst 2 Jahre mit Webdesign beschäftigen müssen, bevor ich mich getraut habe, diese Website zu starten.

5. Keine Geduld

Nach einer Woche kann man nicht 100 regelmäßigen Lesern rechnen. Vergesst es! Es sei denn, man hat schon ein(ige) Blog(s), auf den(en) man auf das neue Blog-Projekt hinweisen kann. Es hat mich jetzt 11 Monate Blut und Schweiß gekostet, 800 Besucher mein täglich Traffic nennen zu dürfen.

6. Kein Sinn für Kritik

Halte dich an folgende Regeln oder mache dich auf Kritik gefasst:

  • Entwickle eine einzigartiges Design für das Weblog
  • Schreibe einzigartigen Content zu einem absolut unbekannten Thema
  • Stütze dich niemals auf Meinung Anderer

Diese Regeln für so gut wie niemanden verfolgbar. Darum sollte man sich auf Kritiken, Beleidigungen, Verbesserungen und unzufriedene Leser gefasst machen. Wer das nicht aushalten kann und eine zu weiche Schale hat, verwirft am besten die Idee des eigenen Blogs.

7. Viele Content-Konkurrenten

Heutzutage ist es nicht mehr möglich, ein Thema aufzugreifen, welches gefragt und bislang unbehandelt ist. Einige Themen haben andere Blogs schön völlig für sich beansprucht und man hat kaum noch eine Chance, mit deren Besucherströmen mitzuhalten.

8. Kein Sinn für die Informationsgesellschaft

Blogs sind ein großer un wichtiger Bestandteil des Web 2.0. Und das ist sozial. Man sollte nicht mit Links geizen und sich eine absolute Insellösung aufbauen. Bloggen heisst Verbindungen schaffen – sowohl zwischen Blogger und Leser, als auch zwischen Blogger und Blogger.

9. Kein Ziel

Man sollte sich fragen, warum man einen Blog haben/führen möchte. Kann man diese Frage nicht beantworten, kann man höchstwahrscheinlich keine Leser für sich gewinnen, da man ohne Motivation kein erfolgreiches Blog führen kann.

veröffentlicht am 19.06.2006 um 22:00 von Martin Labuschin in


Also ist deine Zeit irgendwann zwischen 5 und 6 Uhr morgens? Oder war das jetzt eher Zufall, dass der Beitrag um diese Zeit gepostet wurde? :)

Punkt 2 trifft eher auf Blogs zu, die sich einem Thema verschrieben haben. Ein Gegenbeispiel wäre http://xiaxue.blogspot.com/, wo die nette Dame nur über ihr eigenes Leben schreibt und trotzdem abartig viel Erfolg hat.

Aber ansonsten stimme ich dir zu, bin im Moment ja auch in einer Art Übergangsphase was mein Blog betrifft, bei der sich einiges ändern wird...mal wieder...

Hi,

Ich sehe das ähnlich wie Jeriko One. In einem Blog geht es im Gegensatz zur klassischen Webseite in erster Linie nicht um ein Thema, sondern um eine Person. Erst in zweiter Linie geht es um die Themen, die diese Person beschäftigen. Wie sagte doch der Obermutant im Film "Total Recall" so schön: "Ein Mann definiert sich durch seine Taten". Insofern gibt es da also jede Menge Verbndung zwischen Person und Sachthema. Aber der Ausgangspunkt ist ein anderer. Daher wundert es mich nicht im Geringsten, daß Blogs, die eben diesen Unterschied zu klassischen Webseiten konsequent nutzen, großen Erfolg haben.
Bedauerlicherweise ist das persönliche Leben viel zu vieler Menschen viel zu trivial, um auf längere Zeit für andere interessant zu sein. Aber oft kann man davon ausgehen, daß Menschen, die sich mit egal welchem Thema intensiv auseinander setzen interessante Personen sind, bei denen es sich sehr lohnt, an deren Leben, Denken und Fühlen teilzuhaben. Manchmal befürchte ich zwar, daß das auch als Ersatz für ein eigenes Leben missbraucht werden kann, aber um das zu vermeiden, gibt es ja Kommentarmöglichkeiten.

@ Jeriko: Normalerweise veröffentliche ich Artikel so um 8:00 Uhr bis 9:00 Uhr. Zumindest ist es mir dann am liebsten. Gründe dafür werde ich in den nächsten Tagen erläutern.

Da stecken schon einige Punkte Wahrheit drin, andererseits wird diese Liste kaum jemanden davon abhalten, einen Blog zu starten. U.U. merkt derjenige recht schnell, daß es nicht läuft, vielleicht merkt er es auch nicht, aber who cares, im Netz ist genug Platz. ;-)

Zum Punkt 9: Wenns mal so einfach wäre. Der Hauptgrund dürfte bei vielen einfach "Spaß am Bloggen" oder "Lust aufs Ausprobieren" sein. Ein Grund ist also immerhin vorhanden. ;-)

Man sollte aber auch abwägen können. Ob "Spass an der Freude" meine 9 Gründe überwiegt, ist fraglich :) Obwohl man ja auch das Ausprobieren nie jemanden verbieten sollte, derjenige wird es selbst merken, wenn es nicht klappt mit den 500 besuchern am Tag...

Ich schliesse mich da meinen Vor-Kommentatoren an: Es gibt viele erfolgreiche Blogs, die keine Nische besetzen bzw. kein klar abgegrenztes Thema behandeln. Auch mein Blog ist ein Themenmix (ok, das heisst nichts, ist noch recht jung und daher auch noch nicht erfolgreich). Ich schreibe über Themen, die mich interessieren. Und in der großen weiten Welt da draußen gibt es sicher auch genügend Lesen mit 'nem ähnlichen Interessensmix. Die müssen mich nur noch finden ;-).

DESCLAIMER:
Meine Blogs sind NICHT Teil von Web 2.0.

*wehrt sich gegen Vereinnahmungen!

Es gibt auch keine einheitliche Blogspäre. Das ist auch nur eine Erfindung...


Und jetzt weiter an die Blogfront, sprung auf, marsch, marsch

Zu Punkt 6 (Entwickle eine einzigartiges Design für das Weblog) möchte ich dir widersprechen. Design mag vielleicht bei einem Blog über Webstandards oder Webdesign eine Rolle spielen, bei unzähligen anderen Themen ist dies jedoch nicht der Fall. Den Leser interessieren normalerweise die Informationen, welche er aus dem Blog beziehen kann und nicht die Optik. Das gilt für Blogs genauso wie für "normale" Seiten.

Ich beschäftige mich seit einigen Jahren sehr viel im Bereich rund um e-commerce. Dabei gibt es diverse Plattformen, die niemals einen Designpreis bekommen würden und dennoch sehr viel Geld damit verdienen.


Wie gesagt, es kommt immer auf das Thema bzw. Produkt an. Meiner Meinung nach ist jedoch Content immer noch King!

so far

Oha, die Hälfte aller Gründe trifft bei mir zu, aber was nicht ist, kann ja noch werden. :)

Waaaas, nach 2 Jahren Geschäftigung mit Webdesign traust Du Dich schon??? ;-)

Ich betreibe aus einem ganz profanen Grund keinen Blog: Ich habe keine Ahnung, worüber ich schreiben soll / könnte. Man sollte nichts erzwingen, was man nur halbherzig umsetzen würde / könnte.

Ganz genau so sehe ich das auch, Rene.

@ Marcus: Da bin ich nicht deiner Meinung, ich finde, dass das Design, egal welches Thema ein Blog behandelt, ein wichtiger Teil davon ist. Das Design ist nunmal der erste Eindruck, den ein Blog vermittelt, obwohl natürlich letztendlich der Inhalt der Artikel zählt. Aber ich denke trotzdem, man sollte das Design nicht außen vor lassen. Und wenn man selber keine Ahnung davon hat, gibt es ja zum Glück nette Leute , die das für einen machen ;)

Ich berichte übrigens gerne einfach über mein Leben, irgendwo muss ich das ja lassen :) Mit 800 Lesern kann ich zwar nicht auftrumpfen, aber meine kleine Stammleserschaft füllt meinen kleinen Blog schon ganz gut aus. Themenvielfalt finde ich auch nicht schlecht, ich finde es selber auch interessant, über das Leben anderer zu lesen.

Meinen Lesern gefällt mein Geschreibsel. Was will man mehr? :)

Verdammt, das mit dem Link hat nicht so funktioniert, wie ich mir das gedacht hatte ;)

Ich halte nichts von dieser Textile-Sprache. Den Link habe ich aber repariert. Zufrieden? :)

Jaa, vielen Dank :)

@Verena
Vielleicht habe ich mich da nicht ganz so verständlich ausgedrückt. Mir ging es dabei in erster Linie um das "einzigartige Design", welches vom Martin angesprochen wurde. In Martins Fall ist es klar, dass ein Kubrick Standard WP-Theme nicht dem Anspruch eines Autors, der über Webstandards und CSS bloggt, ausreichen dürfte.

Klar ist jedoch auch, egal worüber man auch schreibt, dass der erste Eindruck eine große Rolle spielt. Gut das Du mein Blog (Standard WP-Theme) nicht sehen kannst ;) Aber mir ist erstmal der Inhalt wichtig, und wenn ich Zeit und Lust dazu habe mache ich mir auch meinen eigenen Style.

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